SENSOMOTORISCHE EINLAGEN

Einlagen

Seit 2010 und mit dem Erhalt des Zertifikates zum Sensomotorik-Therapeut ist ein weiteres höchst interessantes Arbeitsfeld hinzugekommen - Propriozeptive Einlagen (Sensomotorik).

Ziel einer Versorgung mit sensomotorischen Einlagen ist es, die Fußmuskulatur entsprechend eines postulierten Effektes zu einer Reaktion zu veranlassen. Durch gezielte Reize in die Sehnen der langen und kurzen Fußmuskulatur werden Rezeptorsignale der Propriozeptoren im Muskelbauch und im Muskel-Sehnen-Übergangsbereich verändert. Das Zentrale Nervensystem reagiert darauf mit An- oder Entspannung der Muskulatur. Folglich verändern sich die Stellung der Gelenke und damit auch die Statik. Biomechanische Drehmomente nehmen Einfluss auf dynamische Prozesse wie zum Beispiel Fuß- und Beinrotationen. Durch den Ausgleich muskulärer Dysbalancen wird den damit im Zusammenhang stehenden Beschwerden ursächlich entgegengewirkt. Es entsteht ein Trainingseffekt für die Muskulatur, welcher dazu führt, dass Fehlstellungen und funktionelle Defizite unter Umständen sogar langfristig und dauerhaft korrigiert werden.

Zertifikat

Diese Wirkung wurde in einer Studie der Universität Saarbrücken entsprechend nachgewiesen. EMG-Messungen ergaben differenziert und reversibel, dass sensomotorische Einlagen vorhersagbar zu einer Änderung des Aktivierungsmusters von M. Peronaeus longus, M. tibialis anterior und M. gastrocnemius führen.

Das Oberflächenrelief der sensomotorischen Einlagen wird vom Orthopädie-Techniker immer individuell gestaltet und richtet sich nach der Anatomie, Physiologie und Indikation des Patienten. Die Einlagen werden computergestützt in moderner CNC-Technik gefräst. Dies hat den Vorteil, dass sie detailgetreu reproduzierbar sind und je nach Schuhsituation in verschiedenen Materialstärken gefertigt werden können, auch für elegantes Schuhwerk.

Diese Versorgungsmöglichkeit entstand aus Erfahrungen der Neurophysiologie, Physiotherapie und der Orthopädie. Die Kombination daraus ergibt die sensomotorische Einlage, die statische und biodynamische Elemente ebenso berücksichtigt, wie die
physiologischen Entwicklungs- und Bewegungsprozesse.

Wir unterscheiden hier drei Problemfelder.

Einlagen

Der Schmerzpatient

Die Beschwerdebilder beziehen sich sowohl auf die Füße als auch auf Sprunggelenke, das Knie, die Hüfte und die Wirbelsäule.

Der Sportpatient

Hier werden die vielen schmerzhaften Sportverletzungen und Überlastungsprobleme behandelt. Kniebeschwerden, Achillessehnenreizungen und Wirbelsäulenbeschwerden, um nur einige zu nennen, sind mit sensomotorischen Einlagen deutlich besser zu therapieren, als mit den klassischen Einlagen.

Kinder

Ein Großes Augenmerk legen wir auf die Einlagenversorgung bei Kindern. Um die verschiedenen Fuß-Fehlstellungen, wie der Knick-Senkfuß, Senk-Spreizfuß, aber auch der Sichelfuß mit dem oft begleitenden innenrotierten Gangbild ausreichend zu korrigieren, sollten sensomotorische Einlagen angepasst werden. Diese haben neben ihrer korrigierenden Wirkung eben auch die Muskelstimulation bzw. Muskelentspannung integriert. Mittels dieser biodynamischen Elemente kann gezielt auf die vorhandene Fuß-Fehlstellung eingewirkt werden.